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Verschiedene ebooks von Franziska Gräfin zu Reventlow
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Produktbeschreibung
Dieses Bundle enthält folgende ebooks
- Franziska Gräfin zu Reventlow - Von Paul zu Pedro
- Franziska Gräfin zu Reventlow - Der Selbstmordverein
- Franziska Gräfin zu Reventlow - Das Logierhaus zur schwankenden Weltkugel
- Franziska Gräfin zu Reventlow - Ellen Olestjerne
- Franziska Gräfin zu Reventlow - Herrn Dames Aufzeichnungen
- Franziska Gräfin zu Reventlow - Der Geldkomplex
Franziska Gräfin zu Reventlow - Von Paul zu Pedro
„Er hoffte allerdings auf Fortsetzung, aber ich bin nicht dafür. Fortsetzung mit verheirateten Männern ist überhaupt nichts Rechtes, ich hab' das Ausleihen niemals gerne gehabt. Es ist gerade so, wie wenn man sich von Freundinnen einen Mantel oder Pelz leiht - dann gefällt er mir, kleidet mich besonders gut, und ich ärgere mich, wenn ich ihn zurückgeben soll. Man kann es auch vergessen oder etwas daran ruinieren, und dann ärgert sich die Freundin. Es gibt immer leicht Unannehmlichkeiten für beide Teile.
Franziska Gräfin zu Reventlow - Der Selbstmordverein
„Ja, hören Sie nur zu. Aber erst noch eine Vorbemerkung. Es steht ziemlich schlecht um mich, liebe Käthe. Ich habe in dieser Zeit ein dummes Leben geführt... ich habe angefangen zu spielen und viel verloren. Notabene, ich verliere natürlich, was ich eigentlich gar nicht besitze. Und abends habe ich dann allein oder mit Ihrem Ungarn – der übrigens beständig nach Ihnen fragt – viele, viele Gläser getrunken. An dem Abend, auf den es ankommt, war ich zufällig allein und trank wieder viele Gläser, fühlte mich, wie ich leider gestehen muss, schon etwas unklar und dachte darüber nach, wie ich mich aus alledem wieder herausreißen könnte. Es war ein ziemliches Gedränge in der Bar, ich sah zu, wie sie tanzten, und sah ein dunkles Mädchen mit einem langen blonden Herrn, den ich schon einmal gesehen haben musste.“
„Der verdammte Schwede“, sagte Käthe halblaut und ergriffen.
„Richtig, der verdammte Schwede – ich wusste es auch, aber es erregte mich nicht besonders. Sie müssen entschuldigen, wenn ich noch einmal betone, dass mein Bewusstsein etwas umfangen war, es gehört leider zur Geschichte und beeinflusst sie... Ich sah also den verdammten Schweden, sah ihn mit Lucy tanzen und empfand es mit friedlicher Heiterkeit, dass die beiden wieder da waren. Sie tanzte auch wieder auffallend stürmisch, war aber nicht so schick angezogen wie damals, im Gegenteil, sie sah einigermaßen reduziert aus, und das freute mich beinah. Ich dachte, dir ist es anscheinend auch nicht besonders gut gegangen seit damals.“ Henning stockte und sah eine Zeitlang in das Feuer. Käthe beobachtete sein schön gebildetes Profil und die breite Stirn und sann darüber nach, welchen Eindruck er wohl auf Lucy gemacht habe.
„Es blieb auf die Länge nicht so idyllisch“, fuhr er in seiner Erzählung fort. „Ich trank einen schwarzen Kaffee, wurde wieder munterer und fing Händel mit dem Schweden an, nannte ihn einen verdammten Schweden und suchte ihm klarzumachen, dass ich mindestens ebensoviel Anrecht an Lucy habe wie er. Kurzum, es war eine Szene, wie sie manchmal gegen Morgen in solchen Lokalen stattfindet. Schließlich endete sie damit, dass Lucy mit mir am Tisch saß und der Schwede verschwunden war. Sie hatte sich die ganze Zeit halb totgelacht und schien großen Spaß daran zu haben.“
„Und dann?“ wollte Käthe wissen. Sie war sehr gespannt, aber leicht enttäuscht. Man hatte sich dereinst zuviel von Lucy versprochen, als dass sie jetzt als banales Barabenteuer enden durfte.
Franziska Gräfin zu Reventlow - Das Logierhaus zur schwankenden Weltkugel
Inhalt:
- Das allerjüngste Gericht
- Das Logierhaus zur schwankenden Weltkugel
- Erziehung und Sittlichkeit
- Das feindselige Gepäck
- Das jüngste Gericht
- Das gräfliche Milchgeschäft
- Das Männerphantom der Frau
- Tot
- Viragines oder Hetären? (Was Frauen ziemt)
- Ultimo
- Wir Spione
- Christus
Franziska Gräfin zu Reventlow - Ellen Olestjerne
An ihrem Mittagstisch waren meist langweilige Ehepaare und einzelne Damen, dann kam noch ein älterer, kränklicher Herr dazu, mit dem Ellen bald Freundschaft schloss. Er wusste die ganze Gesellschaft durch seine bissigen Bemerkungen und schlimmen Witze in Spannung zu halten — und sah aus wie ein kranker Teufel mit dem spitzen, grauen Bart und den verglasten, fahlen Augen. Aber Ellen konnte ihn gut leiden und stimmte zum Entsetzen der übrigen in seinen Ton ein, sie genoss es wie einen Triumph, wenn die ganze Tafelrunde sich still oder laut empörte. Er fragte die jungen Frauen, wie viele Kinder sie hätten, schlug dann die Augen zum Himmel und legte seine Hand auf die Ellens.
Franziska Gräfin zu Reventlow - Herrn Dames Aufzeichnungen
»Nun,« fuhr Delius völlig unbeirrt und unpersönlich fort – er sah dabei die kappadozische Dame fest an, aber so, als ob sie gar nicht da wäre – »nun, der Protestantismus bedeutet den Sieg – ja, leider den Sieg des jüdisch-christlichen Elementes über den Rest von Heidentum in der katholischen Kirche – glauben Sie nur – was überhaupt an diesem Christentum, über das ich mich jetzt nicht näher auslassen möchte, – in jenen traurigen Zeiten des Niedergangs noch lebendig und glühend war – das ist Rom – das ist die Blutleuchte des Altertums – die Blutleuchte Roms – (Blutleuchte – ein wunderbares Wort – aber was mag es bedeuten? ich warf dem Philosophen einen flehenden Blick zu, und er winkte beruhigend: später, später.) Rom und immer wieder Rom – Wissen Sie,« und dabei überschlug sich seine Stimme in einem jähen Auflachen, »wissen Sie, dass dieser abtrünnige Mönch einfach ein Jude war – ja,« fügte er gedehnt und geheimnisvoll hinzu: »Geist ohne Substanz, das ist immer der Weg zum nichts. Seien Sie überzeugt, dass keiner ihn ungestraft beschreitet. Der so genannte Geist und die Selbstvernichtung der Substanz, – das ist immer dasselbe. Ja, der Fluch all dieser neuen Gestaltungen, – das ist der Geist und sonst nichts. Aber das hängt mit den biotischen Schichten zusammen, und da sind viele geheimnisvolle Dinge im Spiel,« dies letzte klang, als ob er nur zu sich selber spräche und ganz vergessen hätte, dass alles ihm zuhörte.
Franziska Gräfin zu Reventlow - Der Geldkomplex
„Die Komplexe kommen angeblich dadurch zustande, dass man die betreffenden Dinge, Gedanken, Wünsche und ähnliches von sich weg geschoben, mit dem technischen Ausdruck ‚verdrängt’ hat, natürlich immer ins Unterbewusstsein. Das lassen sie sich unter Umständen nicht gefallen, sondern brechen aus und toben dann im Oberbewusstsein herum.“
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